August 2025
 
01.08  2 Nächte Münstermaifeld   In Münstermaifeld habe ich den ersten der Eifel Bahntrassenradwege erreicht, den Maifeld-Radweg, und bin gleich die erste Etappe nach Polch gefahren. Dort musste ich allerdings wetterbedingt umdrehen.

Morgen ist auch Regen angesagt. Das macht aber nichts, da ich Investitionswochenende habe.



Rathaus Polch
 
 
03.08  1 Nacht Ochtendung   Der Stellplatz in Ochtendung ist direkt am Maifeld-Radweg und explizit nur für Radwegnutzer ausgewiesen. Hier bin ich die zweite Etappe von Bassenheim nach Polch gefahren, die an einem Sonntag auch sehr gut frequentiert war.



Maifeld-Radweg
 
 
Maifeld-Radweg
 
 Der Maifeld-Radweg führt durch eine abwechslungsreiche hügelige Landschaft. Leider bekommt man die nicht allzu oft zu sehen, da die Trasse meist abgesenkt ist und in einer (immerhin grünen) Böschung verläuft. Offensichtlich waren die Planer Autofahrer. Es gibt einen wundervollen für die Jahrhunderte ausgelegten glatten Belag und unglaublich viele Verkehrsschilder. Jeder Holzweg, auf dem 3 Mal im Jahr ein Traktor fährt hat Vorrang und das wird auch ausführlich durch Vorfahrtsschilder geregelt. Eine Straßenquerung auf der mehr als einmal am Tag ein Auto fährt wird durch ein enges Drängelgitter abgesichert, das ein Fortkommen mit Anhänger oder Lastenrad stark behindert. Das alles war auf dem Bahnweg Rotkäppchenland ganz anders und fahrradfreundlicher gelöst und die Sicherheit war trotzdem gewährleistet.
 
 
04.08  2 Nächte Mayen/Nette   Während die Wäsche wusch habe ich mir Neuwied angesehen. Ein nettes lebendiges Städtchen, es gibt leider keinen annehmbaren Stellplatz, daher nun in Mayen, wo ich morgen die letzte Etappe des Maifeld-Radweges absolvieren werde.

Die Etappe zwischen Mayen und Polch hielt einige Überraschungen bereit: Zwei (lange) Tunnel und zwei Viadukte (Nette-Viadukt). Konnte ich natürlich nicht fotografieren, da ich oben drauf war.



„Kreuzung“
 
 
06.08  1 Nacht Kelberg   Den Kreislauf mal wieder richtig in Schwung gebracht. Ich werde wohl noch mal recherchieren müssen auf welchen Streckenabschnitten der Eifel-Ardennen-Radweg (EAR) Bahntrassenradweg ist. Der Abschnitt den ich heute gefahren bin ist es jedenfalls nicht (außer es war eine Zahnradbahn).



Blick vom EAR auf den Nürburgring (ich habe ihn auch nicht gefunden)
 
 
07.08  3 Nächte Hillesheim   In der Tat ist der EAR erst ab Prüm Bahntrassenradweg und das ist noch ein Stück hin. Daher nun in HIllesheim, direkt am Kalkeifelradweg.

Der Stellplatz in Hillesheim war eine Überraschung. In den Foren unterirdisch schlecht besprochen hätte ich ihn normalerweise nicht angefahren. Es ist aber die einzige (bezahlbare) Möglichkeit am Kalkeifelradweg zu stehen. Und ich kann wirklich keine relevanten Nachteile entdecken. Klar es ist ein bisschen schräg und die V/E ist nicht wirklich durchdacht, aber es ist ein entspannter und trotzdem sehr zentraler Stellplatz. Vielleicht bin ich ja morgen früh anderer Meinung.

Hillesheim ist ein nettes Städtchen mit freundlichen Leuten, gesundem Einzelhandel und lebendiger Gastronomie.



Stadtbefestigung in Hillesheim
 
 
Kalkeifelradweg
 
 Auf dem Kalkeifelradweg sieht man deutlich mehr von der Landschaft als auf dem Maifeld-Radweg und die Verkehrsführung ist auch merkbar entspannter. Auf der anderen Seite fährt man nur etwa die Hälfte der Stecke wirklich auf der Trasse, die andere Hälfte ist streckenweise straßenbegleitend und es gibt auch einige (kurze, heftige) Steigungen. Daher stellt sich das wirkliche Bahntrassen-Feeling nicht ein, aber es bleibt trotzdem ein schöner Radweg der sich zu fahren lohnt.
 
 
10.08  5 Nächte Pronsfeld   Hillesheim hat mit gut gefallen, es gab auch abseits des Kalkeifelradwegs gute Fahrradmöglichkeiten und viel schöne Natur. Das Bolsdorfer-Tälchen ist ein richtiges Kleinod.

Die nächste Woche ist komplett wolkenlos angesagt. Daher musste ich bei mehreren Stellplätzen weiterfahren (u.a. in Prüm). Nun in Pronsfeld auf einem schönen Stellplatz wo es wenigstens ab Mittag Schatten gibt.

Pronsfeld ist ein El Dorado für Bahntrassenfetischisten. Hier treffen sich gleich 3 Bahntrassenradwege: Der Prüm-Radweg (den ich heute gefahren bin: sehr schön), der Enz-Radweg und der Eifel-Ardennen-Radweg (EAR). Ich werde wohl noch ein Bisschen bleiben müssen. Das geht hier auch gut. Der Stellplatz ist geeignet um die angesagte Hitzewelle auszusitzen und sehr großräumig und entspannt. Das nächste WoMo ist mehr als 50 m entfernt. Dann klumpen sie allerdings. Der gute Deutsche und offensichtlich auch der gute Holländer schließen eben auf. Nur ich tanze mal wieder aus der Reihe.



Lavendel-Labyrinth in Pronsfeld mit Stellplatz im HIntergrund
 
 
EAR, Prüm- und Enz-Radweg
 
 Pronsfeld hat zwar weniger als 1000 Einwohner, hatte aber als Bahnknotenpunkt eine gewisse Bedeutung. Hier trafen sich mehrere Stecken. Das war nicht nur für den Personenverkehr von Bedeutung sondern vor allem auch für den Abtransport landwirtschaftlicher Produkte. Davon zeugt auch der Wohnmobilstellplatz auf dem ich die letzten Tage verbracht habe. Die mehrere hundert Meter lange Wiese wird auf der ganzen Länge von einer Mauer gesäumt, die offensichtlich früher eine Laderampe war.

Die drei Bahntrassenradwege, die sich hier kreuzen, bzw. starten sind alle „echte“, d.h. sie verlaufen fast überall tatsächlich auf den alten Trassen. Sie sind gut ausgebaut, gut beschildert, autoverkehrsfern und verlaufen durch eine schöne Landschaft. Der Enz-Radweg ist allerdings mein Liebling geworden. Es geht von Pronsfeld mehr als 10 Km nonstop bergauf (natürlich nur bahntrassenmäßige 3%, aber das läppert sich auch) und man schwebt dann zwischen den Hügeln dahin.
 
 
15.08  2 Nächte St. Vith   Das erste Mal seit langer Zeit kann man wieder atmen, das hat mir wirklich gefehlt.

Nun in Belgien in St. Vith. Ich kann ja den Vennbahn Radweg nicht auslassen wenn ich schon mal in der Gegend bin. Es ist ja immerhin der längste Bahntrassenradweg Europas.

Aber gestern Abend bin ich erst einmal den restliche EAR von belgischer Seite aus gefahren, der endet in St. Vith. Heute dann auf die Vennbahn und ich muss sagen: Ich bin begeistert. Er wird seinem Ruf wirklich gerecht. Das gehört mit zu dem Schönsten was ich auf dem Rad erlebt habe.

Der Vennbahn Radweg ist Teil des belgischen RAVeL Projekts. Dabei geht es darum abseits von Autostraßen ein eigenes zusammenhängendes landesweites Verkehrsnetz für Fußgänger, Radfahrer und Skater zu schaffen.



Auf der Vennbahn
 
 
17.08  1 Nacht Kalterherberg   Schon wieder in Deutschland, aber hart an der Grenze. Von hier aus das restliche Stück Vennbahn in Belgien gefahren. Die Begeisterung hält an, allerdings war heute viel los, wahrscheinlich weil Sonntag war. Für einen Abschnitt läuft hier eine Draisinenstrecke parallel. Da war auch einiges los (Stau !)

Der Stellplatz ist etwas unruhig. Es gibt zwei Automaten mit Getränken, Eis, usw. direkt neben dem Stellplatz. Ich wusste nicht, dass man damit soviel Geld verdienen kann.
 
 
18.08  1 Nacht Roetgen   Von hier aus einen Streckenabschnitt in Deutschland gefahren. Den noch fehlenden Abschnitt von hier nach Aachen werde ich nicht fahren. Die Gegend wird zunehmend urbaner und darauf habe ich keine Lust.

Es hat sich auch Neues ergeben, was es sinnvoll macht, dass ich Anfang September in Berlin bin. Es gibt zwar noch einiges an Bahnradwegen hier zu entdecken, aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Ich mache mich also morgen – langsam wie immer – nach Nordosten auf.
 
 
Vennbahn-Radweg
 
 Die Begeisterung für den Radweg auf belgischer Seite konnte ich auf der deutschen Seite nicht voll aufrecht erhalten. Die bauliche Infrastruktur ist natürlich ähnlich, aber der Weg führt in Deutschland durch Wald oder Böschungen, so dass es keine Ausblicke auf die Landschaft gibt. Außerdem gibt es mehr Autoverkehr zu hören und zu queren und man fährt öfter durch urbanes Gebiet, was natürlich auch an der Großstadtnähe (Aachen) liegt.

Auf der belgischen Seite gibt es sehr interessante Informationsstationen über die Bahngeschichte, aber auch über Zeitgeschichte. Das ganze Gebiet war ja Spielball in den großen Kriegen. Vor dem 1 .Weltkrieg noch deutsch und erst 1919 durch den Versailler Vertrag belgisch geworden, wurden im 2. Weltkrieg die Dörfer hier im Dezember 1944 bei der Ardennenoffensive der Deutschen zwischen der deutschen und der amerikanischen Front geradezu zerquetscht.

Interessanterweise sind aber hier die Kreuzungen auf deutscher Seite besser geregelt. Gegenüber vielen kleinen Straßen hat der Radweg tatsächlich Vorrang. Und wenn eine größer Straße zu queren ist gibt es eine Mittelinsel, die man aber nicht direkt überfahren kann, sondern so konstruiert ist, dass eine Schlangenlinie zu fahren ist und die beiden Fahrspuren separat gequert werden, Das hatte ich so noch nicht gesehen.

Bei aller Kritik ist es einer der schönsten Radwege die ich kenne und ihn zu fahren lohnt sich auf jeden Fall.
 
 
19.08  2 Nächte Elsdorf   Ich muss ja jetzt ein großes Ballungsgebiet durchqueren und da sind gute Stellplätze rar. Daher muss ich auf altbekanntes zurückgreifen.

Auch hier kann man toll Fahrrad fahren. Allerdings versuchen sie der Prignitz-Gegend den Rang für die schlechteste Pflege eines Knotensystems abzunehmen. Ich kann das nicht verstehen. Die Erstinstallation ist ziemlich aufwendig und wenn dann einige Hinweisschilder fehlen oder in die falsche Richtung weisen ist das Ganze völlig überflüssig.



Stadttor in Alt-Kaster und Schloss Paffendorf von außen (rein konnte ich mit dem Fahrrad nicht)
 
 
21.08  3 Nächte Hückeswagen   Ich musste heute einen längeren Schlag machen, da es in der Gegend von Elsdorf keine Entsorgung gibt. Dafür habe ich Wipperfürth angesteuert, obwohl ich sicher war dort keinen Platz zu bekommen. So war es auch, aber ich konnte Entsorgen.

Hückeswagen ist eher langweilig. Das einzige was sich zu fotografieren lohnen würde, das Schloss, ist eine große Baustelle. Citymanagement Zukunft Hückeswagen: „Es wird ein Schloss für alle“. Die Stadt ist allerdings sehr lebendig, sowohl auf der Straße als auch in der Fußgängerzone und der Stellplatz ist völlig in Ordnung.

Unverhofft kommt oft: Der Bahntrassenradweg Bergischer Panorama-Radweg führt direkt hier am Stellplatz vorbei. Das andere Ende dieses Radweges kenne ich noch aus Essener Zeiten (auch wenn er damals noch anders bezeichnet wurde). Seine Existenz macht die Behauptung des Vennbahn-Radweges der längste Bahntrassenradweg Europas zu sein zumindest fragwürdig. Der Abschnitt den ich heute gefahren bin ist „echte“ gut ausgebaute Bahntrasse und es gibt nur wenige Querungen, da viele Brücken noch erhalten sind. Er lässt sich wirklich gut fahren. Es gibt allerdings ein kleines Manko: Die Schönheit der Landschaft kann bei weitem nicht mit dem was ich in den letzten Wochen gesehen habe mithalten.
 
 
24.08  1 Nacht Halver   Die andere Richtung war nicht so dolle. Die Umleitung fing schon in der Stadt an, ohne Info über Route, Länge oder Grund und nach einigen Km an einer vielbefahrenen Landstraße habe ich aufgegeben und bin umgekehrt, schade. Durch Halver bin ich durch gefahren, eine Besichtigung hat mich nicht gereizt, aber der Stellplatz ist OK.

Ich habe etwas Probleme mit dem Trinkwasser, das Wasser schmeckt metallisch, darum werde ich mich nächste Woche kümmern müssen. Erst mal habe ich mir stilles Wasser im Supermarkt gekauft.
 
 
25.08  1 Nacht Wiblingwerde   Ich habe das Wasserproblem lösen können. War allerdings zeit- und arbeitsaufwändig.  
 
26.08  2 Nächte Altena   Bin gesundheitlich etwas angeschlagen und werde das hier in Altena aussitzen, gibt kaum einen besseren Ort dafür.  
 
28.08  1 Nacht Neuenrade   Sehr schöner naturnaher Stellplatz etwas außerhalb vom Ort am Sportplatz. Gute Wandermöglichkeiten, allerdings gewittert es gerade.  
 
29.08  2 Nächte Balve   Ich konnte mir während die Wäsche wusch Iserlohn ansehen, scheint eine nette lebendige Stadt zu sein. Der Stellplatz ist allerdings nicht zu gebrauchen. Daher nun in Balve für mein Investitionswochenende.  
 
31.08  1 Nacht Bad Wünnenberg   Es ist Veranstaltungszeit und ich musste mehrfach weiter fahren. Daher ein gutes Stück weiter Richtung Berlin in Bad Wünnenberg.  
 
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