Mai 2024
 
02.05  1 Nacht Gartow   Wieder im Wendland auf einem neuen Platz am Gartower See. Schöner Stellplatz, fußläufig zu Biergarten und Badestelle. Und die Badesaision hat hier schon begonnen. Sehr entspannte Atmosphäre.



Am Gartower See
 
 
03.05  3 Nächte Adendorf   In Lüneburg Wäsche gewaschen. Habe mich entschlossen Hamburg im Osten zu umrunden. Nun in Adendorf auf einem sehr schön angelegten Stellplatz. Allerdings ziemlich voll. Wahrscheinlich viele Wochenendcamper aus Hamburg und Lüneburg.

Eigentlich wollte ich nur eine Nacht bleiben. Aber nachdem der Stellplatz Suchverkehr am Samstag Morgen 5-minütig über den Platz brandete, habe ich mich entschlossen noch eine Nacht zu bleiben. Ich hatte keine Lust bei dem schönen Wetter im Nahbereich von Hamburg von Stellplatz zu Stellplatz zu ziehen. Am Sonntag dürfte sich das alles wieder entspannen.
Statt dessen bin ich mit dem Fahrrad nach Lüneburg gefahren. Hat mich mal wieder überrascht. Viel größer als gedacht – fast schon eine Großstadt – mit einer riesigen Altstadt, sehr lebendig und freundlich.



Rundgang in Lüneburg
 
 
06.05  2 Nächte Boizenburg   Nun doch noch mal In MeckPomm. Ich wusste gar nicht, dass es Zipfel gibt die so nah an Hamburg heranreichen. Der Platz selbst ist nicht besonders gemütlich aber OK. Die Lage ist allerdings super: Zentral und direkt am Elbe-Radweg. Man kann gleich vom Stellplatz aus los rauschen. Der Ort macht auch einen sympathischen Eindruck. Es gibt also doch mindestens einen vernünftigen Stellplatz in MeckPomm.

Es sind doch nirgendwo Ferien, oder? Hier geht echt die Post ab. Der Stellplatz ist schon wieder gerammelt voll und auf dem Elbe-Radweg ist auch schon einiges los. Heute habe ich eine Frau getroffen, die verzweifelt versucht hat noch irgendwo ein Zimmer zu kriegen.



Weidenschneck mit Boizenburg im Hintergrund, symphonischer Weidengang und Elbauenlandschaft bei Boizenburg
 
 
08.05  2 Nächte Mölln   Wieder ein Stück weiter Richtung Norden. Mölln ist ein nettes Städtchen mit viel Grün und Wasser drum herum. Sieht so aus als könne man den Vatertag hier gut aussitzen.

Die Norwegen-Planung nimmt nun erste grobe Züge an. Ich bin beim norwegischen Mautsystem angemeldet und habe mir eine Fähre herausgesucht. Am 15.05. setze ich über nach Kristiansand.

Wirklich schöne Fahrradtour am Lübeck-Elbe-Kanal gemacht. Ungewöhnlicher Kanal da richtige Uferbewachsung. War auch nicht soviel Vatertagstrubel wie ich erwartet habe. Allerdings die ersten Galeeren-Gesichter auf den Rädern. Bisher war immer alles freundlich und gut gelaunt, aber die Galeeren-Gesichter kenne ich aus der Hochsaison. Die Leute gucken dann als wären sie von einem Sklavenmeister auf ihre Räder geschnallt worden.



Eulenspiegelhaus, Altstadt Mölln vom anderen Ufer aus und Lübeck-Elbe-Kanal
 
 
10.05  1 Nacht Fockbek   Es lief so wie ich es mir gedacht hatte. Mit dem Brückentag war im Umkreis von Hamburg nichts zu machen, alle Stellplätze waren voll. Auf die Art und Weise einen langen Schlag nach Norden bis Fockbek gemacht, wo ich auch schon letztes Jahr im Juli war. Nicht schön aber OK für eine Nacht.  
 
11.05  2 Nächte Leck   Nun wieder am Umkehrpunkt kurz vor der dänische Grenze angekommen. Bis hierher war ich letztes Jahr gekommen, bevor ich umgedreht habe. Allerdings dieses Mal nicht auf dem (sehr schönen) Stellplatz sondern auf dem nicht minder schönen Campingplatz, auch weil ich hier noch mal Wäsche waschen kann bevor ich Deutschland verlasse.  
 
13.05  1 Nacht Give   Nach etwas herumirren und einigen Fehlinformationen nun einen wunderschönen Platz am See beim örtlichen Fischereiverein gefunden. Stehe alleine hier in weiter Natur am See. Kein schlechter Start.



Seeidylle
 
 
14.05  1 Nacht Hørring   Das waren mal wieder zwei intensivere Fahrtage, da ich Dänemark in zwei Etappen durchquert habe. Nun auf einem Bauernhof, nicht weit vom Fährhafen. Sehr nettes Ambiente. Ich bin allerdings nicht der einzige der den Platz nutzt um auf die Fähre zu warten. Er ist aber auch optimal dafür.  
 
15.05  1 Nacht Søgne   Die Überfahrt hat gut geklappt und es ist hervorragendes Wetter. Die Südküste hier hat ein erstaunlich mediterranes Ambiente. Habe relativ nah an Kristiansand im Hafen von Søgne einen schönen Stellplatz gefunden.



Abfahrt in Hirtshals und im Hafen von Søgne
 
 
16.05  1 Nacht Mandal   Schöner Wanderparkplatz im Wald, fußläufig von einer wunderschönen Bucht. Bin alleine hier: So hatte ich mir Norwegen vorgestellt.



„Meine“ Bucht
 
 
17.05  1 Nacht Lyngdal   Lyngdal hat mit zu Ehren eine Parade abgehalten. Nein, heute ist Nationalfeiertag, kann ja keiner wissen. Nettes Event. Die Küstenstraße hierher war wirklich toll, aber keinen Platz zum Bleiben gefunden, von daher mal wieder auf einem „richtigen“ Stellplatz. Rammelvoll, aber hier ist das bei 4 m Mindestabstand (der auch eingehalten wird) erträglich.  
 
18.05  1 Nacht Farsund   Die Küstenstraße heute war echt der Knüller, hier ist es so schön, dass einem die Tränen kommen. Dann einen kurzen Aufenthalt in Farsund, ein echt nettes Städtchen und nun wieder auf einem ruhigen Wanderparkplatz an der Küste mit schönen Fahrradwegen zum Strand.



Rastplatz an der Küstenstraße, Farsund und der Strand von Loshavn
 
 
19.05  1 Nacht Agder   Zwei knackevolle Stellplätze, ein unbezahlbarer Campingplatz und 5 Km weiter ein leerer Wanderparkplatz mit wunderbarem Meerblick. Zum Glück sind die Menschen verschieden. Das wird definitiv einer meiner Lieblingsplätze.

Aber wie man auf dem Bild sieht bin ich auch nicht der erste Deutsche, der hierher kommt.



Such das Wohnmobil
 
 
Wohnmobile in Norwegen
 
 Als ich im Wartebereich der Fähre in Hirsthals ankam, dachte ich, dass meine schlimmsten Befürchtungen wahr werden. Es gab ein paar PKWs, ein paar LKWs und eine Unmenge Wohnmobile. Und so schlängelte sich nach der Ankunft in Kristiansand auch eine Karawane von Wohnmobilen mit dem Berufsverkehr aus der Stadt. Ich war wirklich am zweifeln, ob dass hier das richtige war.

Es zeigte sich dann, dass es drei Wege entlang der Küste gibt. Die, die schnell irgendwo hin kommen wollen, nehmen die Autobahn, die, die die Küsten entlangfahren wollen die Küstenstraße (etwa vergleichbar mit einer Bundesstraße) und die, die keine Eile haben und wirklich die Küste sehen wollen schlängeln sich auf den kleinen Straßen an der Küste entlang. Und ich bin offensichtlich einer der wenigen, die das tun, denn plötzlich waren sie alle verschwunden.

Allerdings hat das auch seinen Grund. Die kleinen Küstenstraßen sind zwar unglaublich schön, aber doch um einiges anspruchsvoller als ich dachte. Am zweiten Tag dachte ich, dass ich auf einer sehr kleinen Straße gewesen wäre, aber am dritten Tag merkte ich dass es noch ganz anders geht. Da wird der Asphalt zum Schotter und es sieht eher aus wie ein einspuriger Feldweg, allerdings mit starken Steigungen und in Serpentinenform. Und bei all dem sind das natürlich Zufahrtswege zu Ortschaften und es gibt Gegenverkehr. Und ich bin ja noch ziemlich im Süden mit relativ dichter Besiedelung. Es ist also kein Wunder, dass die WoMo-Dichte hier stark abnimmt.

Bei den Übernachtungsplätzen kommt man dann natürlich wieder zusammen und dann kann man sehen, dass das alles nicht mehr lange gut geht. In Loshavn (Farsund) war ich auf einem etwas abgelegenen Wanderparkplatz, den Parkplatz am Strand habe ich gar nicht erst angefahren. Aber ich habe mir ihn später mit dem Fahrrad angesehen. Komplett zugeparkt mit Wohnmobilen, so dass die Einheimischen, die vielleicht nach Feierabend mal an den Strand wollen keine Chance haben ihr Auto abzustellen. Und es ist gerade mal Mitte Mai. Es ist völlig klar und verständlich worauf das hinausläuft: Verbote und Höhenbeschränkungen, die es auch an vielen Stellen schon gibt. Schade!
 
 
20.05  1 Nacht Feda   Das kann so nicht weitergehen, das wird einfach immer schöner jeden Tag. Manchmal muss ich langsamer fahren, weil mir die Tränen in die Augen steigen. Wieder eine kleine Küstenstraße auf dem Weg nach Feda. An dem Rastplatz hätte man auch übernachten können, aber ich war gerade erst aufgebrochen und etwas mehr als 10 Km Schnitt am Tag wollte ich schon machen.

Der Stellplatz in Feda ist direkt am Wasser und hat einen sehr schönen Ausblick. Außerdem bekommt man hier was geboten: Als Programm zum Abendessen wird eine Bohrinsel vorbeigezogen. Das ist doch mal was.



Rastplatz an der Küstenstraße, Küstenstraße und Abendprogramm
 
 
21.05  1 Nacht Flekkefjord   Erstmals in einer etwas größeren Stadt. Stadt und Stellplatz sind nicht sehr gemütlich, aber man kann hier Wäsche waschen und für eine Nacht ist es Ok.



Endlich mal was anderes als Fachwerk.
 
 
22.05  1 Nacht Jøssingfjord   Wieder einen wunderschönen Übernachtungsplatz gefunden. Etwas abseits in einer kleinen Schlucht. Ich werde mich wohl daran gewöhnen müssen, dass man nicht überall übernachten kann, wo es schön ist.

Die Landschaft wird nun deutlich schroffer, was kleine Küstenstraßen verhindert und das bleibt auch noch eine ganze Weile so. Ich habe mich nun wieder in die Wohnmobilschlange eingereiht. Der Parkplatz beim Museum zur Landschaft (Geologie) liegt sehr schön und ist zum Übernachten geeignet.



Stellplatz in der Schlucht und Jøssingfjord (Museum im Bild)
 
 
23.05  1 Nacht Hauge   Das war sehr lehrreich. Die Parkplätze direkt an der Touristen-Küstenstraße sind wohl zu meiden. Dieser war irgendwann komplett voll mit Deutschen und das Ganze war eine eher unerfreuliche Veranstaltung.

Offensichtlich reichen aber schon wenige Km abseits der Straße um das zu vermeiden. Bin jetzt auf einem sehr schönen Stellplatz in der Nähe eines alten Bergwerks. Die dazugehörige Bahntrasse (Eröffnung 1870, die erste in Norwegen) ist nun ein Radweg. Ich bin ja schon viel Fahrrad gefahren in meinem Leben, aber das gehört zu den schönsten Dingen, die ich im Sattel erlebt habe.



Bahntrassenradweg auf Norwegisch
 
 
24.05  1 Nacht Vigrestad   In meinem Bestreben nachts etwas Abstand von der Küste zu haben auf einem Wanderparkplatz in einem wunderschönen Wald gelandet. Es ist ein reiner Fichtenwald. So alte Nadelbäume habe ich das letzte Mal auf Wanderungen durch den Schwarzwald gesehen. Es sind aber alle Altersstufen vorhanden und die Bäume stehen sehr dicht. An Boden ist es manchmal komplett dunkel. Es ist kein Holzfeld sondern ein richtig alter Wald mit der entsprechenden Ausstrahlung. Das letzte Mal habe ich so etwas im Schnatermann in der Nähe von Rostock gefühlt. Da ist dann klar woher die Trolle kommen.  
 
25.05  1 Nacht Ålgård   Ich habe beschlossen, Stavanger links liegen zu lassen. Zum Einen hoffe ich dem Haupttouristenstrom aus dem Weg zu gehen, der über Stavanger und dem großen Tunnel unter dem Fjord hindurch fließt. Zum Anderen habe ich keine Lust auf Großstadt, auch wenn Stavanger sicherlich lohnend wäre. Ich fahre statt dessen über Land und nehme an einer schmalen Fjordstelle eine Fähre.

Die Landschaft entwickelt sich hier nach dem alpinen Charakter an der Küste eher in Richtung Mittelgebirgslandschaft. Die Seen sind dann auch richtige Seen und keine Ausläufer von Fjorden wie bisher.

Allerdings merkt man auch, dass die Stimmung hier nicht (mehr ?) Pro-WoMo ist. Auf den meisten Wanderparkplätzen war die Übernachtung explizit verboten und viele war baulich ungeeignet (z.B. viel zu schräg). Ich habe aber einen netten, ruhigen Parkplatz bei einem Freilichtmuseum über die frühere norwegische Lebensweise gefunden. Scheint niemanden zu interessieren, ich bin jedenfalls alleine hier.



Landschaft bei Ålgård
 
 
26.05  1 Nacht Jørpeland   Überfahrt mit der Fähre ging gut, danach gab es auch wieder kleine Küstenstraßen. Dort einen traumhaften Übernachtungsplatz gefunden. Ich könnte vom WoMo gleich ins Wasser springen! Bin alleine hier.



Am Fährhafen/Fjord und Stellplatz
 
 
27.05  1 Nacht Jørpeland   Nun in der Stadt auf einem „richtigen“ Stellplatz im Hafen. Der Stellplatz ist schön, doch nach der Besichtigung der Stadt würde ich mal die steile These aufstellen, dass das touristische Potential Norwegens in der Landschaft begründet liegt und nicht in den Ortschaften  
 
28.05  1 Nacht Fister   Es wurden dann doch noch ziemlich laut im Hafen. Die jugendlichen Autoposer sind gefühlt noch etwas schlimmer als in Deutschland (Und jünger, darf man hier schon mit 14 Auto fahren?).

Hier in der Gegend ist man dann auch noch etwas feindseliger gegenüber WoMos. Hier ist an fast allen Parkplätzen nicht nur das Übernachten verboten, sondern das Parken für WoMos generell (so wie auch in einigen Gegenden in Deutschland). Habe dann aber noch einen ruhigen, sehr ländlichen Platz in den Bergen gefunden. Die Zufahrt war allerdings selbst nach meinen neuen norwegischen Maßstäben sehr abenteuerlich.
 
 
29.05  1 Nacht Erfjord   Die Nacht da oben wurde dann aber auch ziemlich kalt. Musste tatsächlich die Heizung noch mal anschalten.

Wieder einen Fjord überquert. Dass die Fähre seltsam aussieht täuscht: absolut hightech und elektrisch!

Ich bin etwas angeschlagen und habe deshalb den nächsten Stellplatz angefahren. Der ist aber auch ganz schön.



Überfahrt und Stellplatz in Erfjord
 
 
30.05  1 Nacht Erfjord   Auch die bezahlten Plätze an der Hauptroute werden dann abends voll, ich hätte es mir denken können. Allerdings waren hier nicht nur Deutsche, sondern auch Holländer, Schweizer, Italiener und Franzosen.

Heute bin ich aber wieder auf einer kleinen Küstenstraße und habe einen schönen Wanderparkplatz mit Hütte direkt an einem kleinen See gefunden. Very nice!



Mein See
 
 
31.05  2 Nächte Hebnes   Ich weiß, die Superlative werden langweilig, aber die ersten 20 Km Küstenstraße heute gehörten definitiv zu den schönsten Dingen, die ich in meinem Leben gesehen habe.

Auf der Suche nach einem ruhigen Plätzchen, wo ich Wäsche waschen und mein Investitionswochenende absolvieren kann nun ganz ab von der Route in einer Sackgasse auf einer Insel. Ein schöner Stellplatz zu einem Supermarkt gehörend direkt am Wasser mit allem was ich brauche.



Küstenstraße hinter Erfjord
 
 
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