Mai 2023
 
01.05  2 Nächte Reutlingen   Merkwürdigerweise gab es sowohl in Nehren, als auch in Mössingen, dem nächsten Platz, den ich angefahren habe, zwar eine Sani-Station, aber keine Spülwasserentsorgung. Das spricht dafür, dass diese Plätze durchaus eher für das lokale Volk gedacht sind. Die können das dann zuhause entsorgen.
Nun bin ich in Reutlingen auf einem schönen, geräumigen, schattigen Platz mit Rundumversorgung.
 
 
Stellplätze
 
 Als ich im November letzten Jahres losfuhr, wusste ich gar nicht, dass es eigenständige WoMo-Stellplätze gibt. Ich wusste von Campingplätzen und dass man überall wo man mit einem WoMo parken darf auch eine Nacht kampieren kann (in Deutschland).
Nun bin ich 5 Monate unterwegs und habe noch nie auf einem Campingplatz übernachtet. Meistens waren es WoMo-Stellplätze und hin und wieder habe ich frei gestanden. Ich hab nun also einen gewissen Überblick über diese Übernachtungsmöglichkeit und das ist nicht uninteressant, da es verschiedene Kategorien gibt.
Einer der wichtigsten Unterschiede ist, ob sie und wenn wie viel sie kosten. Da sehe ich drei Kategorien. Die Plätze, die umsonst sind, die Plätze, die bis 10 € kosten und die teureren (das geht durchaus bis 45 € pro Nacht).
Die teuren haben in der Regel ein besonderes Alleinstellungsmerkmal, das den Preis rechtfertigt. Entweder sie sind in natur-touristischen Regionen, dann von der Ausstattung auch oft schon fast Campingplätze oder städte-touristisch orientiert und geben die Möglichkeit zentral in einer Stadt zu stehen und lassen sich das bezahlen. Ein Beispiel ist die Wohnmobil-Oase in Berlin (35 € + Kosten für die Infrastruktur), die eine Monopolstellung in Berlin hat und der einzige Stellplatz dieser Kategorie ist, den ich bisher genutzt habe.
Bei den Plätzen, die umsonst sind muss man wiederum 2 Kategorien unterscheiden. Die ersten sind nur da, um das „wilde Übernachten“ zu verhindern und den WoMo-Tourismus zu kanalisieren. Sie gehen oft einher mit einem Parkverbot für WoMos auf allen anderen Parkplätzen und haben oft nur geringe (Strom) oder keine Infrastruktur. Diese Stellplätze sind höchstens für eine Nacht gut, aber meistens fährt man am besten einfach weiter.
Die zweiten liegen in nur mäßig interessanten Regionen und Städten und sollen Tourismus anziehen. Darunter gibt es durchaus schöne attraktive Stellplätze in der Natur oder kleinen Städten. Aber diese Plätze werden aus naheliegenden Gründen gerne von der lokalen Bevölkerung genutzt. Gibt es keine Beschränkung der Übernachtungsanzahl oder wird sie nicht kontrolliert, kann man diese Plätze komplett vergessen weil sie dauerhaft mit lokalen WoMos zugestellt sind. Aber auch wenn es eine solche Begrenzung gibt betrachtet die lokale WoMo-Bevölkerung diese Plätze (aus Gewohnheit) als ihr Eigentum. Man kennt sich und grüßt sich und Fremde sind nicht unbedingt gerne gesehen. Im Winter und auch Wochentags, wenn keine Ferien sind, spielt das keine Rolle, aber in den Ferien und an langen Wochenenden sollte man solche Plätze meiden. Diese Klientel macht sich gerne breit und zeigt Campingplatzverhalten und Hang zur Gruppenbildung. Nicht, dass das alte WoMos wären. Da steht richtig teures Zeug herum, aber der Mensch spart eben gerne. Und man greift auch durchaus mal zu unlauteren Mitteln. In Nehren am verlängerten Mai Wochenende hatten sich meine Nachbarn mit allem drum und dran über zwei Plätze breit gemacht. Aber wie sich hinterher herausstellte, wollten sie auch gerne meinen Platz für noch erwartete Freunde mit ihrem WoMo. Dafür hat man auch gerne mal ein Radio unter mein Mobil gestellt. Erstaunlich die Wirkung. Auf dem Platz hört man fast nichts und im WoMo hallt es richtig gut. Es hat eine ganze Weile gedauert, bis ich das begriffen hatte. Und so wie das durchgeführt war, hatten die das nicht zum ersten Mal gemacht.
Also bleiben an den Wochenenden und in den Ferien nur die mäßig kostenpflichtigen Plätze, was auch OK ist. Und ich denke viele von denen sind nur aus dem einen Grund kostenpflichtig um oben beschriebenes Verhalten zu verhindern, was Sinn macht.
 
 
03.05  1 Nacht Wiesensteig   Auf dem Weg nach Osten ins Landesinnere zeigt sich schnell ein ganz anderer Charakter. Die Landschaft bleibt bergig, wird aber etwas weitläufiger (wie ich mittlerweile weiß, kommt das daher, dass ich nicht mehr im Schwarzwald, sondern in der Schwäbischen Alb bin). Nun tauchen auch wieder Parkplätze an schönen Stellen auf, die komplett freigegeben sind, d.h. hier könnte ich mit dem WoMo auch übernachten. Das habe ich nun schon seit Wochen nicht mehr gesehen.
Nun bin ich auf einem Stellplatz, der wohl eigentlich für den Winter gedacht ist. Jedenfalls ist er auf dem Parkplatz bei einem Skilift mitten in der wunderbarsten Natur. Und ich bin mal wieder alleine! Sehr, sehr schön.



Beim Skilift
 
 
04.05  4 Nächte Bad Überkingen   Leider konnte ich nicht bleiben. Mein Rücken ist seit Tübingen kontinuierlich schlechter geworden und ich habe mir mal wieder einige Tage absolute Ruhe verschieben.
Dafür bin ich auf den Stellplatz des Thermalbades in Bad Überkingen gefahren. Ruhig, zentral und eben ideal für diesen Zweck.
Im günstigen Preis ist die Nutzung der Duschen mit drin und der Zugang zum Thermalbad ermäßigt, was ich nutzen werde.
 
 
08.05  1 Nacht Amstetten   Die Rechnung scheint aufgegangen zu sein, meinem Rücken geht es wieder etwas besser. Allerdings ist jetzt wieder Action angesagt. Heute Gas und großer Einkauf. Morgen Wäsche Waschen in Ulm. Mal sehen wie es dann aussieht. Der Stellplatz in Amstetten ist eben, ruhig und unspektakulär.  
 
09.05  2 Nächte Langenau   Wäsche Waschen in Ulm ging dieses Mal gut. Schon der zweite Waschsalon hatte Parkplätze in der Nähe. Mein Rücken hält sich weitgehend stabil.
Die Landschaft hat sich heute stark verändert. Nach Ulm wurde es richtig flach. Ein ungewohnter Anblick. Ich war ja jetzt doch eine ganze Weile von Bergen und Hügeln umgeben.
Langenau ist ein freundliches, aber recht unspektakuläres Städtchen.



Endlich mal eine vernünftige Verwendung für einen Mobilfunkmast
 
 
11.05  1 Nacht Öllingen   Mein Rücken zeigt sich weiterhin stabil und ich habe mit weiteren körperlichen Aktivitäten außer Spazieren gehen angefangen. Gymnastik muss noch warten, es gibt andere Notwendigkeiten. In den letzten Wochen habe ich „im Haushalt“ ja nur das aller Nötigste gemacht, das wird nach einigen Wochen dann doch unappetitlich. Somit habe ich jetzt angefangen einen „großen Hausputz“ zu machen und das wird sich sicherlich noch ein paar Tage hinziehen.
Öllingen ist ein kleines, schön gelegenes Dorf mit einem schönen, ruhigen, ebenen Stellplatz.



Öllingen
 
 
12.05  3 Nächte Nattheim   Die Stellplätze in Giengen waren deutlich unattraktiver als erwartet, deshalb weitergefahren. Die Plätze in Nattheim sind gut organisiert, eben und geräumig. Nattheim hat selbst nicht sehr viel zu bieten, es ist aber ein guter Platz zum relaxen.  
 
Baden Württemberg
 
 Ich war ja nun einige Wochen in Baden Württemberg. Die Landschaft war meist wunderbar, es gab schöne Stellplätze und die Menschen waren freundlich. Trotzdem bin ich hier nicht warm geworden. Geld und Besitz scheinen hier eine große Rolle zu spielen. Die WoMos auf den Stellplätzen waren eine Nummer größer (viele Vollintegrierte), meines gehörte hier eher zu den kleinen und das ließ man auch heraushängen. Und dann meine Schuhe! Zugegeben die ausgelatschten Treter sind eher peinlich und ich trage sie im Moment auch wegen meines Rückens so viel, aber solche Blicke habe ich sonst nirgendwo bekommen. Nicht meine Welt.
Und ich scheine nicht der einzige zu sein, der das so sieht. In allen Bundesländern habe ich auf den Stellplätzen viele überregionale oder auch internationale Kennzeichen gesehen. Hier nicht. Trotz der Nähe zu Frankreich. Das muss seinen Grund haben.
 
 
15.05  1 Nacht Monheim   Heute kam ein großer Rückentest: Die weiße Farbe des WoMos war ja nur noch zu erahnen. Ich habe es von außen geputzt. Das ging gut und bisher gab es noch keine neuen Beschwerden.
Man kann sich ja viel einbilden, aber so habe ich es gefühlt: Bei Grenzübertritt von Baden Württemberg nach Bayern war da plötzlich mehr Luft. Die Städte und Dörfer waren großzügiger, die Straßen weiter und die Landschaft weiträumiger.
Jetzt bin ich in meiner Geburtsstadt (Na ja, sie heißt jedenfalls so). Der Stellplatz ist schön, aber schon mittags voll belegt. Ich habe mal wieder den letzten Platz bekommen.



Monheim an der Donau, nicht am Rhein
 
 
16.05  2 Nächte Windsbach   Hier in Monheim scheint man die Regeln nicht so ernst zu nehmen. Der Platz war so voll, da es offensichtlich viele Dauercamper hier gibt. Am Vormittag waren jedenfalls 3 der 6 Plätze durch Kabeltrommeln freigehalten, was auf den meisten Stellplätzen illegal ist. Dementsprechend war die Klientel.
Also weiter in das wunderschöne „Fränkische Seenland“. Auf dem Weg hierher merkt man, dass Bayern doch deutlich dünner besiedelt ist, jedenfalls hier in der Gegend. Hier in Windsbach bin ich auf einem kleinen aber feinen Stellplatz am Stadtrand mitten in der schönsten Natur.



An der Fränkischen Rezat
 
 
18.05  1 Nacht Gemünden   Nun geht es langsam und etappenweise nach Dortmund. Angesichts des Brückenwochenendes hatte ich Schwierigkeiten erwartet einen guten Stellplatz zu finden. Dem war aber nicht so.
Ich stehen nun in Gemünden direkt an der Fränkischen Saale auf einem wunderschönen Platz. Drumherum ist zwar viel Tourismus (es ist auch der erste richtig warme Tag) aber hier ist es ruhig.



Blick von meinem Wohnzimmer auf die Fränkische Saale
 
 
19.05  1 Nacht Storndorf   So stelle ich mir Wäsche Waschen vor: Zentral, mit eigenem Kundenparkplatz groß genug für Wohnmobile. So geschehen in Fulda: Beispielhaft!
Nun in Storndorf im Vogelsberg (und somit wieder in Hessen) auf einem sehr schönen, ländlich gelegenem Stellplatz, allerdings mit Tendenz zum Campingverhalten (mit recht hohem Altersdurchschnitt), aber für eine Nacht OK.
 
 
20.05  1 Nacht Bad Wünnenberg   Heute war dann das Brückenwochenende so wie erwartet. Ich musste mehrere Stellplätze anfahren, um ein Plätzchen zu ergattern.
Nun bin ich in Bad Wünnenberg (schon in NRW) auf einem zentralen, ruhigen Stellplatz. Ich bin aber leider zu spät, um Bad Wünnenberg noch erkunden zu können, vielleicht beim nächsten Mal.
 
 
21.05  2 Nächte Rünthe   Nun mal wieder in Rünthe, wie immer vor einem Werkstattbesuch. Hausputz vorläufig abgeschlossen. Ab dem 23.05 ist das WoMo zwei Tage in der Werkstatt.
Es wird die Erstinspektion gemacht, die SAT-Anlage repariert und die neue Duscharmatur eingebaut. Weiterhin bekomme ich Solarzellen aufs Dach und der Schaden an der Rückwand wird genauer analysiert. Darüber hinaus hoffe ich, dass sie sich meinen Fehler-blinkenden Kühlschrank mal anschauen können.
 
 
23.05  2 Nächte Dortmund   Das Hotel in dem ich immer absteige hat wohl den Besitzer gewechselt, es ging auf jeden Fall alles drunter und drüber. Den Abschluss machte dann auch noch eine falsche Rechnung die ich auch noch ungeprüft bezahlt habe. Mal sehen was die Reklamation bringt.
Aber ich habe mir in Dortmund endlich einen Tolino gekauft, das mit den Büchern im WoMo war dann doch nicht der Bringer. Und ein paar Joya-Schuhe in der Hoffnung, dass das meinem Rücken gut tut.
 
 
25.05  3 Nächte Büren   Die gute Nachricht ist, dass die SAT-Anlage und die Dusche wieder funktionieren. Aber vor allem wurde die Rückwand ausgebeult und abgedichtet, so dass ein Austausch derselben nicht mehr nötig ist. Die schlechte Nachricht ist, dass die Reparatur des Kühlschranks ein Garantiefall ist, was bedeutet, dass erst einmal ein Antrag gestellt und genehmigt werden muss bevor überhaupt ein Reparaturtermin gemacht werden kann.
Jetzt bin ich auf dem Weg ins Altmühltal, wo ich mich mit Jörg und Karin auf einem Campingplatz treffe um mal ein paar Tage völlig zu entspannen.
Aber erst einmal stehe ich in Büren auf einem sehr schönen geräumigen Stellplatz. Und erstmalig hänge ich hier nicht an der Steckdose, sondern teste meine neuen Solarzellen auf dem Dach. Morgen weiß ich mehr, ich bin gespannt.



Büren
 
 
28.05  1 Nacht Mainbernheim   Büren machte auf mich beim Reinfahren einen eher nichtssagenden Eindruck. Weit gefehlt: Es hat mehr als 20.000 Einwohner, eine reichhaltige Geschichte und einige interessante historische Bauten, wie ein Stadtrundgang gezeigt hat. Der Stellplatz hat eine gute Atmosphäre eignet sich zum relaxen. Hat das Zeug auf die Top 10 zu kommen.
Von meinen Solarzellen bin ich begeistert. Sie liefern mehr Strom als ich verbrauchen kann. Zumindest im Sommer heißt das, dass ich nun komplett unabhängig bin! Juchu!
Die Fahrt am Pfingstsonntag Richtung Bayern war recht entspannt. Die Suche nach einem Stellplatz war es nicht. Beides hatte ich erwartet. Ich musste eine ganze Reihe Stellplätze anfahren. Fündig geworden bin ich in Mainbernheim und habe einen netten, kleinen Stellplatz mit Blick über die Stadt.
 
 
29.05  4 Nächte Kratzmühle   Nun also weiter nach Kratzmühle auf meinen ersten Campingplatz, wo ich mit Jörg und Karin für einige Tage verabredet bin. Jörg hat einen wunderschönen Stellplatz direkt an der Altmühl reserviert und das Wetter stimmt. Wir haben eine sehr entspannte Zeit hier.
Unser erster Ausflug hat uns nach Beilngries geführt. Eine sehr schöne Altstadt und eine entspannte Atmosphäre. Insgesamt ist hier in den Pfingstferien zu unserer Freude deutlich weniger los, als wir erwartet haben.



Camping an der Altmühl, Beilngries und Berching
 
 
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