| Dezember 2023 | |||||
| 01.12 | 3 Nächte | Windsbach | Windsbach hat noch einen zweiten, naturnahen Stellplatz auf einer Anhöhe am Waldrand mit Blick über das Tal. Wirklich wunderschön und auch gut organisiert und vom Schnee geräumt. Allerdings löst dieser Stellplatz in den Foren Begeisterungsstürme aus. Daher gehe ich davon aus, dass man ihn im Sommer nicht anfahren kann. Jetzt im Winter aber Ideal für mein anstehendes Investiionswochenende (nur 3 Stellplätze von 25 besetzt: immerhin bei angesagten -5 °C). Am Sonntag einen der schönsten Winterspaziergänge seit langem gemacht. Bin wohl eher ein Wintercamper. Im Winter |
||
| 1 Jahr WoMo | |||||
| Ein Jahr im Wohnmobil. Eine gespaltene Erfahrung. Lässt man die Gesundheit außen vor, dann ist alles erstaunlich gut gelaufen. Ich hatte ja überhaupt keine Erfahrung und es war unklar, ob mir diese Art von Leben überhaupt zusagen würde. Aber das war der Fall. Mein Ziel war es ja der Natur nah zu sein und mit dem WoMo kann man natürlich alle Gegenden gut erkunden. Die große Sorge – das große Unbekannte – war die Enge und die sanitäre sowie die Kochsituation. All das hat gut gepasst, es hat sich herausgestellt, dass ich gut damit zurechtkomme. Diesbezüglich fehlt mir nichts. Ich denke also, dass das für die nächsten Jahre ein gutes Leben für mich sein könnte. Auf der anderen Seite war da die Gesundheit. Die des WoMos und meine. Die Probleme mit dem Fahrzeug haben schon echt genervt. So oft wie in diesem Jahr war ich in meinem ganzen Leben nicht in der Werkstatt. Ich hoffe, dass das schlimmste diesbezüglich vorbei ist. Und dann natürlich der Rücken. Er hat meine ursprünglichen Pläne für dieses Jahr verhindert: die Reisen in die Bretagne und nach Norwegen. Er hat mich das ganze Jahr in Deutschland festgehalten und einige Wochen sogar im Wohnmobil. Wobei ich sagen muss: In Deutschland herum zu touren hat mir gut gefallen. Und ich habe ja bei weitem noch nicht alles gesehen. Das schlimmste, was ich zur Zeit über den Rücken sagen kann ist, dass es noch nicht überstanden ist. Mir geht es zwar im Moment besser und ich kann mich normal und ohne Einschränkung bewegen. Aber der Rücken sagt: Ich bin noch hier, wart nur mal ab. Also beginnt das zweite Jahr im Wohnmobil wieder mit Ungewissheit. Ich weiß zwar mittlerweile, dass mir das WoMo-Leben zusagt, aber ich weiß nicht, ob mein Rücken mich im Frühjahr nach Norwegen lässt, so wie ich es plane. Aber zusammenfassend kann ich sagen: Ich würde es wieder machen! | |||||
| 04.12 | 2 Nächte | Wolframs-Eschenbach | Schon wieder ein vorbildlicher Stellplatz, den man im Sommer wohl besser nicht anfährt. Hier gibt es sogar Waschmaschine und Trockner! Allerdings nicht so naturnah sondern eher zentral zum Ort. Vielleicht bekomme ich ja heute meinen ersten Glühwein. Tja, das war wohl nichts mit dem Glühwein. Eine gut erhaltene und gepflegte Altstadt mit Stadtmauer drum herum (etwas zu sehr Puppenstube für meinen Geschmack). Die ideale Kulisse für einen Weihnachtsmarkt, aber die Bürgersteige waren hochgeklappt, obwohl hier offensichtlich Tourismus stattfindet (Hotels, Restauants, ...). Wohl eher im Sommer. Stadttor Wolframs-Eschenbach |
||
| 06.12 | 1 Nacht | Herrieden | Und nun in Hämo, äh ... Herrieden. Hatte ich gesagt Roth ist uncharismatisch? Da ist eindeutig noch Luft nach oben. Aber es gibt natürlich auch immer was Positives: In der Innenstadt gibt es wahnsinnig viele Parkplätze und KEINE Gehsteige. Da kann sich manche Stadt was abschneiden: Die optimale Strategie gegen Gehsteigparken. (Schon wieder keinen Glühwein!) Marktplatz Herrieden |
||
| 07.12 | 2 Nächte | Röttingen | Wieder einmal ein Kandidat für die Top 10. Wunderschöner Platz direkt an der Tauber, trotzdem zentral. Netter Ort und viel Natur. Und heute bekomme ich wahrscheinlich meinen Glühwein! Sogar 2! und dazu die lokalen Eisstockmeisterschaften als Rahmenprogramm. Sehr nett. Ich frage mich nur, warum Weihnachtsmärkte nicht mehr so heißen, sondern Winterzauber oder so was Ähnliches. Hat die Kirche mittlerweile ein Patent darauf angemeldet? An der Tauber und Burg Brattenstein |
||
| 09.12 | 2 Nächte | Bad Mergentheim | In der Gegend gibt es tatsächlich eine Stellplatzkultur. Auch der hier in Bad Mergentheim ist toll. Allerdings sind selbst an einem regnerischen Dezembersamstag 25 von 30 Plätzen belegt. In der Saison braucht man hier wohl nicht auftauchen. Es ist ein kleiner Abstecher nach Baden Württemberg, die Tauber hält sich einfach nicht an die Landesgrenzen. Hier konnte ich dann auch endlich mal wieder ein Labyrinth laufen. Dabei ist mir eingefallen, dass ich das Labyrinth in Wetzlar, das ich mit Moni zusammen gelaufen bin nicht photographiert habe. Werde ich wohl noch mal nachholen müssen. Sehr schöner Spaziergang mit einigen Steigungen zur Burg Neuhaus bei frühlingshaften Temperaturen. Marktplatz, Schloss und Labyrinth in Bad Mergentheim, Burg Neuhaus |
||
| 11.12 | 1 Nacht | Tauberbischofsheim | Zentraler und ebener Stellplatz, aber etwas merkwürdiges Ambiente. Für eine Nacht völlig OK Tauberbischofsheim |
||
| 12.12 | 2 Nächte | Hardheim | Nun wieder ein Traumstellplatz. Wunderbar angelegt und organisiert, fußläufig zum Ortszentrum und offenbar guter Ausgangspunkt für Wandertouren, was ich mal austesten werde. Hardheim ist eigentlich ein nettes Städtchen mit einem schönen Zentrum, nur leider ist sie (die Ortsmitte) auch Kreuzung von einer großen Bundesstraße und mehreren Landesstraßen (die Bahn wurde schon lange stillgelegt). Ich frage mich wie man so leben kann. Dagegen erscheint mir die 4-spurige Straße in Offenbach, an der meine Mutter lebte als verkehrsberuhigt. Aber in der Tat kann man von hier sehr schön in den Odenwald laufen und ich werde auf jeden Fall wieder kommen. Schloss / Rathaus Hardheim |
||
| 14.12 | 2 Nächte | Külsheim | Külsheim ist ein nettes Taldorf, etwas abgelegen von den großen Verkehrsereignissen, mit einer schönen Altstadt und auch hier vielen Wandermöglichkeiten. Der Stellplatz ist etwas schräg und tagsüber etwas unruhig (Schule), aber völlig in Ordnung. Einen tollen ausgewiesenen Wanderweg rund um Külsheim gelaufen, sehr vielfältig und schön. Schloss Külsheim und altes Rathaus |
||
| 16.12 | 1 Nacht | Freudenberg | Sehr schöner Stellplatz direkt am Mainufer. Auf die Freudenburg (kein Bordell!) gestiegen und herunter gesehen. Sehr schön. Kaffee trinken, Uferpromenade und Freudenburg |
||
| 17.12 | 1 Nacht | Bad König | Eigentlich wollte ich nach Michelstadt, um mich dort mit meinem Bruder Norbert zu treffen und den Weihnachtsmarkt besuchen. Der ist aber überregional bekannt und auf den Parkplätzen und dem Stellplatz war Land unter. Somit bin ich jetzt wieder Mal in Bad König. Hat dann doch noch geklappt. Michelstadt ist nur 7 Minuten mit dem Zug von Bad König. Ich war sehr skeptisch nach dem vom Weihnachtsmarkt verursachten Verkehrschaos am Mittag. Und es war denn auch sehr voll, aber das hat auch seinen Grund. Es dürfte einer der schönsten Weihnachtmärkte gewesen sein, die ich gesehen habe und die Altstadt von Michelstadt ist wirklich außergewöhnlich und die perfekte Kulisse dafür. Kann ich nur empfehlen, allerdings besser ohne Auto. Norbert und ich hatten einen wirklich netten Abend. |
||
| 18.12 | 2 Nächte | Geiselbach | Nun wieder knapp auf der bayerischen Seite und sehr ländlich. Eine schöner ruhiger Stellplatz mitten im Dorf. Bis zur Säkularisierung gehörte Geiselbach zur Abtei Seligenstadt (wo ich zur Schule gegangen bin). Na ja, das mit dem ruhig hat sich relativiert. Das Dorf ist schön und idyllisch gelegen, abseits aller Autobahnen und Bundesstraßen, liegt aber leider offensichtlich in einer der Hauptanflugschneisen des Frankfurter Flughafens. Mein Bruder hat mir übrigens die Frage nach dem Winterzauber beantwortet: Es heißt nicht mehr Weihnachtsmarkt um unsere andersgläubigen Mitmenschen nicht zu diskriminieren. Heute eine wunderbare Wanderung durch den Kahlgrund im Spessart gemacht. Dabei mehrfach die Hessisch-Bayerische Grenze überquert. Im Spessart (Heute leider ohne Fernsicht) |
||
| Windräder | |||||
| Auf der Wanderung durch den Spessart bin ich ein Stück auf einem ausgewiesenen Windradweg gelaufen. Zunächst wusste ich nicht was das sollte, zumal kein Windrad weit und breit zu sehen war. Dann kamen aber nach und nach die Schilder, die darauf hinwiesen wo Windräder geplant sind. Es war also eher ein Anti-Windrad-Weg. Soweit so gut. Interessant war, dass in diesem Bereich des Waldes schon etwa 75% der Bäume gestorben, umgestürzt oder gefällt waren. Und das nicht wegen der Windräder, sondern weil die Bäume krank waren und/oder vom Borkenkäfer befallen, wie man an den noch herum liegenden Stämmen erkennen konnte. Auch die restlichen noch stehenden 25% der Bäume sahen nicht mehr so gut aus. Ich bin überzeugt, hätte ich einen der Menschen, die diese Schilder aufgestellt haben darauf angesprochen, hätten sie die Ironie des Ganzen abgestritten. Denn so wie es hier aussah bedeutet es (zumindest auf lange Sicht): Lieber kein Wald als Windräder darin. | |||||
| 20.12 | 2 Nächte | Steinau a.d. Straße | Schon wieder so eine schöne Altstadt, ich kann kein Fachwerk mehr sehen. Ich wusste nicht, dass es noch soviel Fachwerk in Deutschland gibt. Kein Wunder, dass wir so rückwärts gewandt sind. Juchuu! Wintersonnenwende: Ab morgen wird wieder mehr Strom produziert! Altstadt und Schloss |
||
| 22.12 | 1 Nacht | Schlüchtern | Die Vorbereitungen für Weihnachten abgeschlossen. Die Abwassertanks sind leer, Frischwassertank und Kühlschrank voll. Jetzt können die Feiertage kommen. Schlüchtern ist ein nettes unprätentiöses Städtchen mit einem netten unprätentiösen Stellplatz. Über beides gibt es nicht viel zu sagen. | ||
| 23.12 | 1 Nacht | Poppenhausen | Superschön und großzügig angelegter Stellplatz mitten im Wald in der Nähe der Wasserkuppe. Ruhe und Relaxen pur. Das Ganze liegt soweit abseits, dass man es auch im Sommer mal probieren könnte. | ||
| 24.12 | 2 Nächte | Schenklengsfeld | Der schönste, große, leere Stellplatz nutzt Dir nichts, wenn Dich ein Kuschelcamper auserkoren hat. Ich habe mehrere Leute gefragt was sich jemand denkt, der sich auf einem riesigen, fast leeren Platz 20 cm neben Dich stellt: „Sicherheitsgefühl“ , „Gewohnheit“, usw. Wirklich einleuchten tut mir das nach wie vor nicht. Also bin ich weitergefahren und jetzt in Schenklengsfeld immer noch in der Rhön. Kleiner, sehr ruhiger Stellplatz am Ortsrand. Perfekt sozusagen für meine Würstchen mit Kartoffelsalat und Bruce Willis. Eine Wanderung auf die Burgruine Landeck gemacht, sehr schön. Schenklengsfeld hat zwei Besonderheiten zu bieten: 1. den wahrscheinlich ältesten Baum Deutschlands. Eine Linde mit 1120 Jahren auf dem alten Marktplatz und 2. 11,6 % für DIE PARTEI im Stadtparlament, was immerhin 3 Sitze ausmacht. |
||
| 26.12 | 2 Nächte | Baunatal | Seit langem mal wieder eine Odyssee. In Bad Hersfeld konnte ich nicht bleiben weil man hier im Winter nur mit App bezahlen kann. In Rotenburg an der Fulda und Braach waren die Stellplätze wegen Hochwasser nicht nutzbar und in Grifte bestand der Platz nur aus Matsch gleich neben der Autobahn. Ich war also heute mal wieder etwas länger im Auto. Fündig geworden bin ich dann in Baunatal. Der Stellplatz ist Ok aber die Stadt scheint etwas merkwürdig zu sein. Ich schaue mir das morgen mal näher an. Das Rätsel ist gelöst: Baunatal ist eine Kunststadt, entstanden durch ein großes VW-Werk. Die umliegenden Gemeinden wurden zusammengeschlossen und ein neues Zentrum auf der Wiese gebaut. Interessant wie schnell man so etwas wahrnimmt. Ist mal was anderes als Fachwerk. |
||
| 28.12 | 4 Nächte | Wolfhagen | Nun also wieder Fachwerk. Sehr schönes und freundliches Städtchen mit einem ebensolchen Stellplatz. Der Stellplatz ist sehr groß und in zwei gleich große Teile geteilt, die sich nur geringfügig unterscheiden. Als ich ankam war der eine Teil gut gefüllt und der andere komplett leer. Ich frage den (sehr netten und freundlichen) Platzwart, ob es einen Grund dafür gäbe. Er zuckte nur mit den Schultern und sagte „Herdentrieb“. Also stelle ich mich auf den leeren Teil. Als ich von einer ersten Stadtbesichtigung zurückkam hatte ich viele neue Nachbarn. Die ´Lösung ist wahrscheinlich, dass ich nicht richtig ticke. Hier steht man ruhig und entspannt. Daher habe ich beschlossen hier mein Investitionswochenende zu machen und vielleicht auch den Jahreswechsel. Eine sehr schöne Tour in den Habichtswald auf den Ofenberg gemacht und ein sehr angenehmes und ruhiges Silvester gehabt. Eindeutig einer meiner neuen Lieblingsplätze. Marktplatz Wolfhagen |
||
| Zurück zur Übersicht | |||||